Final Fantasy I Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Parnia   
Freitag, 29. August 2008 um 14:49

Final Fantasy I"After a long journey, four young warriors arrive, each holding an ORB."
 
Die Welt liegt in Finsternis... Der Wind ruht, das Meer tobt und die Erde darbt. Die Menschheit wartet auf Rettung, ihre einzige Hoffnung ist eine uralte Prophezeiung: "Wenn die Dunkelheit die Welt bedroht, werden vier junge Krieger erscheinen, jeder von ihnen im Besitz eines erloschenen Kristalls..."
 
Jede Legende hat ihren Ursprung... Den Ursprung von "Final Fantasy" findet sich im Jahr 1987 unter alles andere als günstigen Voraussetzungen. Während die Spielschmiede ENIX ein Jahr zuvor mit ihrem Kassenhit "Dragon Quest"für das Famicom ganz Japan in RPG-Euphorie gestürzt hat, unternimmt die zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend unbedeutende Firma SQUARE einen letzten Versuch, ein absatzstarkes Spielnach dem Vorbild von "Dragon Quest"zu entwickeln: die Geburtsstunde von "Final Fantasy"!
 
Tatsächlich gelingt es SQUARE, sich mit "Final Fantasy" die Herzen und Absatzmärkte der RPG-begeisterten Japaner und des Westens zu erobern. Zwar beschreitet das Spiel eindeutig die Wege, die "Dragon Quest" kurz zuvor als erstes "klassisches" Nippon-RPG geprägt hatte, im Gegensatz zu seinem Vorbild beeindruckte "Final Fantasy" durch eine für damalige Verhältnisse enorme Größe, eine abwechslungsreichere Story, die sich vom bisher genreüblichen"Rettet-die-Prinzessin-Plot" abhob, sowie die originelle Präsentation, die den Genies Nobuo Uematsu (Soundtrack) und Yoshitaka Amano (grafische Gestaltung) zu verdanken ist. Verglichen mit heutigen Spielen von epischen Ausmaßen nimmt sich die Story von FF1 zwar als extrem simpel aus, 1987 hingegen war die Geschichte um den Verfall der vier Elemente eine kleine Sensation. Durch die Verbindung von klassischen Märchenmotiven (der verzauberte Elfenprinz, die entführte Prinzessin) mit ScienceFiction-Elementen (das schwebende Schloss, die Zeitschleife) und dem Motiv der 4 Elemente wurde ein einzigartiger Stil geschaffen, der sich wie ein roter Faden durch sämtliche Teile der FF-Saga zieht.
 
In "Final Fantasy I" hat der Spieler zu Beginn die Möglichkeit, sich aus 6 verschiedenen Berufklassen seine Party frei zusammenzustellen. Die Charakterentwicklungen der Berufsklassen unterscheiden sich stark voneinander, außerdem entscheidet sie, welche Zauber, Waffen und Rüstungen benutzt werden können. Diese Option verschafft dem Spiel einen zusätzlichen Motivationsfaktor, da die Wahl der Party die Spielstrategie sehr stark beeinflusst. Es soll Leute geben, die als ultimative Herausforderung das Spiel ausschließlich mit Weißen Magiern in Angriff nehmen... Zudem gibt es später im Spiel die Möglichkeit, einen "class change" zu vollziehen, bei dem die Charaktere "erwachsen" werden und stärkere Waffen und Zauber benutzen können als zuvor.
 
Das Kampfsystem der Mutter aller "Final Fantasy"-Teile ist im Vergleich zu den Sequels noch stark eingeschränkt. Der Spieler hat die Auswahl zwischen Waffenangriffen, Zauberanwendung, Tränken (sind die einzigen Items) und Flucht. Gekämpt wird in der "Final Fantasy"-typischen Seitenansicht, die bis Teil 3 beinahe unverändert beibehalten wurde. Der Schwierigkeitsgrad ist für heutige Verhältnisse recht hoch angesiedelt, was damals eher Standard für RPGs war, besonders die unmenschlich großen "Final Dungeons" ohne Speichermöglichkeit sind berüchtigt. Wer Probleme mit FF1 hat, sollte ausgiebig zu Beginn des Spiels trainieren und seinen Vorrat an Heiltränken möglichst auf 99 halten. Auf jeden Fall sollte man heute sehr viel Bereitschaft dazu mitbringen, sich auf einen "wirklichen" Klassiker in jeder Hinsicht einzulassen, wenn man sich frustfrei auf "Final Fantasy I" einlassen will...
 
Kenner der "Final Fantasy"-Serie werden dafür mit zahlreichen Deja-vûs und Aha-Effekten belohnt: Nicht nur der größte Teil des Equipments taucht in jedem FF-Teil in der ein oder anderen Form wieder auf, man trifft auch auf bekannte Gesichter wie Bahamut, Tiamat und Kraken oder immerwiederkehrende Themen im Soundtrack (das Prelude, die Luftschiffmusik...). Alles in allem ist "Final Fantasy I" RPG-Nostalgikern und FF-Otakus wärmstens ans Herz zu legen, die sehen möchten, aus welchen Ursprüngen sich ihre Lieblingssaga entwickelt hat, und sich dabei nicht an frustrierenden Gameplay-Details, Zeitschocks bei der grafischen und akustischen Präsentation und der unkomfortablen Handhabung stören.
  

Infos
Viele Spielelemte die in späteren Final Fantasy Teilen vorkommen, haben ihren Ursprung im ersten Teil. Im ersten Teil taucht auch das Luftschiff, womit ihr sicher und schnell reisen könnt, auf, was im jedem teil der Serie zu finden ist. Im ersten Teil spielen auch, wie in den Teilen 3 bis 5, die Kristalle der vier Elemente eine Wichtige Rolle. Die im ersten Teil verwendete, teils grandiosen Musikstücke von Nabuo Uematsu wurden in allen andren Teilen der Serie leicht verändern übernommen. Final Fantasy wurde am 19. Dezember 1987 in Japan veröffentlicht. Erst 1990 schaffte der erste Teil den Sprung in die Staaten, wo es sich besser als in Japan verkauft

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Letztes Update ( Freitag, 29. August 2008 um 16:20 )