Resident Evil 2 Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Parnia   
Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 21:12

So, da bin ich wieder, nach etwas längerer Schaffenspause diesmal mit dem 2.Teil zu Resident Evil. Capcom brachte die Fortsetzung ursprünglich 1998 für die PS One auf den Markt und hat es sich nach den 2 sehr gelungenen Teilen (Rebirth & Zero) für den Gamecube nicht nehmen lassen, auch dieses Spiel nachträglich zu veröffentlichen. Da die Version für die PS One irgendwann aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen auf dem Index gelandet ist, kam für den Gamecube eine entschärfte Variante auf den Markt. Ob sich auch diesmal der Kauf lohnt, könnt ihr mit Hilfe des Reviews dann selber entscheiden.

Anfangen werde ich erstmal wieder mit der Story. Diese hat sich übrigens zum Original auf der PS One diesmal nicht geändert. Die Handlung spielt ca. 2 Monate nach Resident Evil 1. Zwei neue Hauptcharaktere bestimmen das Spielgeschehen. Zum einen den "Neuen" im Racoon Police Department, Leon S. Kennedy, der seinen Dienst antreten will. Zum anderen Claire Redfield, die Schwester von Chris Redfield aus dem ersten Teil, die auf der Suche nach ihrem Bruder ist. Beide kommen zeitgleich in der Stadt an und werden auch ziemlich schnell von den Zombies gejagt. Ihre gemeinsame Flucht in einem Polizeiwagen endet in einem Crash mit einem Tanklaster. Ab dem Moment sind beide erst einmal getrennt und das eigentliche Spiel beginnt. Je nachdem, welchen Charakter ihr gewählt habt, beginnt der Überlebenskampf. Erste Station ist das Police Department, wo in altbewährter Manier die Suche nach einem Fluchtweg beginnt. Nebenbei werden natürlich einige Informationen zum neuen G-Virus, bzw. Verschwörungen und familiäre Hintergründe aufgedeckt. Die Flucht aus dem Department stellt natürlich nur die erste Stufe dar und erstreckt sich anschließend über die Kanalisation bis hin zur Forschungseinrichtung von Umbrella, die schon teilweise aus Resident Evil Zero bekannt ist. Mit Verlassen der Forschungseinrichtung ist das Spiel zu Ende. Tja, das Ganze hört sich nicht gerade nach viel an, und in der Tat, nach nur ca. 4 Stunden ist das Spiel auf einmal zu Ende. Nicht mal ein richtiger Endgegner, wie sonst üblich, war vorhanden. Was also war passiert? Bevor ich mir darüber weiter den Kopf zerbrechen wollte, habe ich das Ganze einfach mal mit dem anderen Charakter, in diesem Fall Claire Redfied weitergespielt und siehe da, auch wenn das Spiel eigentlich "durch" war, varrierte der zweite Durchgang jedoch vom vorherigen und erzählte dies in einem ergänzenden Handlungsstrang, der zwar das selbe Ziel und im Grunde die selbe Story verfolgt, aber mit einem teilweise anderen Lösungsweg. Wie kann man sich das jetzt vorstellen? Dazu anbei ein paar Beispiele. Am Anfang des Spiels werden beide Charaktere erstmal getrennt. Beide haben dasselbe Ziel, nämlich das Police Department. Während der erste Charakter durch die Straße zieht und eine Menge Untoter begegnet, hat es der zweite Charakter etwas einfacher, da dieser bereits nah am Department ist und durch die Hintertür ins Gebäude kommt. Hier sind auch kleine zeitliche Unterschiede festzustellen. Während mein erster Charakter, in diesem Falle Leon, irgendwann mal auf dem Dach des Gebäudes ankommt und einen brennenden Helikopter vorfindet, wurde bei Claire gezeigt, wie der Absturz zustande kam. Ein weiteres Beispiel: Mit Leon verlies ich das Department durch einen Gully im Zellentrakt, während Claire einen Geheimgang im Büro des Sheriffs benutzen musste. Hier gibt es noch eine Reihe weiterer Beispiele. Auch die Aufgaben waren teilweise anders, oft waren es aber auch die gleichen, was die an sich gute Idee mit den zwei Handlungssträngen leider unter Wert verkauft. Zum Beispiel musste ich auch mit Claire die Flammen im Helikopter löschen, obwohl ich dieses bereits mit Leon im ersten Durchgang erledigt hatte. Auch waren die diversen Schlüssel für die Zimmer an denselben Stellen zu finden, für die dieselben Rätsel gelöst werden mussten. Hier hätten wirklich etwas mehr getan werden können, um die Idee der parallelen Handlungen besser auszubauen.

Jeder Charakter trifft im Laufe des Spiels auf weitere Personen, wobei euch jeweils eine Person ab dem Zeitpunkt des Treffens durch die Geschichte begleitet. Kurzzeitig übernehmt ihr dann auch die Steuerung der beiden Personen. Bei Leon gesellt sich eine Dame namens Ada Wong hinzu, die auf der Suche nach Ihrem Freund, einem Wissenschaftler ist, der jedoch bereits im ersten Teil der Resi Reihe seinen "Abgang" feierte. Vielleicht erinnern sich noch einige von euch an die Stelle, in der einer der Wissenschaftler seinen Vorname und den seiner Freundin als Benutzername und Passwort in einem Brief in der Forschungseinrichtung im ersten Teil hinterlegt hatte. Diese lauteten "John und Ada". Claire trifft hingegen auf ein kleines Mädchen namens Cherry, die im Department dank Ihrer Größe erfolgreich den Zombies entkommt. Cherry ist die Tochter des Wissenschaftlers William Birkin, der aus den anderen Teilen ja bereits bekannt ist. Dieser hat nun das G-Virus erschaffen und sich nach einem Überfall von Umbrella diesen selbst injziert. Natürlich nicht ohne Folgen, wie er festgestellt hat. Der zunächst zum "Tyrant" mutierte Birkin ist auch einer der Hauptgegner und wird im Laufe des Spiels immer stärker. Zwar kommt Birkin bei beiden Handlungssträngen vor, jedoch ist er eigentlich nur bei Leon ein wirklicher Gegner. Claire hingegen wird ständig von einem unbekannten Riesen verfolgt, der ebenfalls die Fähigkeit hat, immer wieder aufzuerstehen und euch das Leben schwer zu machen.

An Waffen gibt es ein paar Veränderungen. Je nach Charakter erhaltet ihr entweder eine Pump Gun oder einen Granatwerfer. Es tauchen auch eine Blitzwaffe, eine Armbrust und eine Maschinenpistole auf, sowie Waffenteile zum Verbessern der bestehenden Waffen und sonstiges Zubehör, wie Tragetaschen für ein größeres Inventar. Hierbei ist aber zu beachten, dass ihr euch überlegen solltet, wann ihr was benutzen wollt. Hab ihr beispielsweise mit dem ersten Charakter die MP und die Taschen genommen, stehen diese für den zweiten Charakter nicht mehr zur Verfügung. Die Rätsel sind in diesem Teil quasi nicht vorhanden. Sicher taucht mal hin und wieder eines auf, aber die sind fast nicht nennenswert. So ist Resi 2 auch der bisher einzige Teil, in dem ich auf Hilfe suchen verzichten konnte. Gleichzeitig stellt es für mich derzeit auch den schwächsten Teil dar, den ich bisher gespielt habe.

Die Spielzeit liegt pro Durchgang wie gesagt bei ca. 4 Stunden, wer anschließend mit dem zweiten Charakter weiterspielt braucht entsprechend doppelt so lange. Wer es gar nicht lassen kann, kann das Spiel dann noch mal starten und dann mit dem Charakter beginnen, der im Spiel vorher als zweites gestartet wurde. Somit ergeben sich dann ca. 16 Stunden abzgl. ein paar Minuten, weil ja die Abläufe bereits bekannt sind.

Kommen wir zu den Unterschieden der PS One und Gamecube Version. Das geht schnell, abgesehen von der Zensur (wobei sich das grüne Blut durch Sprachumstellung des GameCubes auf englisch umgehen lässt), hab ich keine gefunden, denn die Gamecube Version ist einfach nur konvertiert worden und das war es. Keine grafische Verbesserungen, keine Änderungen im Gameplay. Nach 2 Minuten hab ich dann auch das Spiel erstmal ausgemacht und mich schlau gemacht, ob Capcom da ein Produktionsfehler unterlaufen ist. Leider nein. Auf eine Rückgabe des Spiels habe ich dann nur noch aus Mitleid auf den Händler verzichtet. Glücklicherweise hatte ich an dem Tag nicht genug Geld dabei, weil ich das zeitgleich erschienene Resident Evil 3 -Nemesis eigentlich direkt mitkaufen wollte. Was sich Capcom dabei gedacht hat, ist mir ein Rätsel. Gut, die Story wie bei Resident Evil 1 zu verändern, erfordert schon eine Menge Aufwand und das für gleich zwei weitere Titel durchzuführen ist heftig und auch nicht wirklich nötig (wenngleich es natürlich trotzdem nett gewesen wäre) . Aber noch nicht einmal die Grafik anzupassen ist schon unglaublich. Daran änderte auch der damals relativ günstige Kaufpreis nichts, denn jeder Euro ist da quasi schon zuviel, mit Ausnahme für diejenigen, die das Spiel noch nicht kannten. Ich kenne leider die Absatzzahlen für Resi 2 und 3 nicht, hoffe aber für Capcom, dass diese sehr gering ausfielen, da man sich meiner Meinung nach mit derlei Aktionen die Kunden echt vergrätzt. Ich für meinen Teil habe auf Resi 3 für den Gamecube verzichtet, auch wenn dieser mir nun in meiner Sammlung fehlt. Na ja, vielleicht besinnt sich Capcom ja mal irgendwann und verschenkt die letzten Lagerbestände oder produziert doch noch eine qualitativ hochwertige Neufassung.

 

 

Letztes Update ( Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 21:12 )